Sanierungsarbeiten 2005 - 2016

Ein Schattendasein hat lange Zeit die Remise des Pfarrhauses geführt. Zwar zieht Leben in dieses Gebäude ein, als die Jugend 1986 Besitz von ihm ergreift, sich darin regelmäßig trifft und ihm wegen der wackligen Holzleiter zum Obergeschoss liebevoll den Namen „Hühnerstiege“ gibt. Doch für nennenswerte Sanierungen, obwohl dringend nötig, sind keine Mittel vorhanden. Doch in 2005 wird die Sanierung des Gebäudes endlich zum Programm erhoben. Die Gemeinde beschließt, diese Aufgabe so weit als möglich aus eigener Kraft zu bewältigen. In 2006 wird in Eigenleistung und mit Unterstützung der Jugend des Kirchenbezirkes das gesamte Gebäude grundsaniert- vom Fundament bis zum Dach. Da dies alles viel Kraft kostet und neben den umfangreichen Tagesaufgaben  der Gemeinde erledigt werden muss, tritt erst einmal wieder eine Pause ein.  Ab 2011 werden die Arbeiten des Innenausbaus systematisch fortgesetzt, und am 17.07.2016 erfolgt endlich die feierliche Einweihung als Ort der Jugend der Gemeinde und des Kirchenbezirks. Im Bewusstsein der „Öffentlichkeit“, besonders der Nachbarschaft der Gemeinde, hat sich das Gebäude inzwischen als Ort unseres jährlichen Adventsbasars etabliert. Er ist somit ein beachtetes Element unserer Öffentlichkeitsarbeit geworden.

Längst sind weitere Sanierungen an Kirche und Pfarrhaus fällig. Das Gemeindeleben und der Faktor „Zeit“ haben überall ihre Spuren hinterlassen. Außerdem sind die Ansprüche der Gemeindeglieder an ihre kirchlich-bauliche Umgebung gestiegen. Man ist anspruchsvoller geworden. Wie aber soll man damit umgehen? Auf dem Gemeindehaushalt lastet noch immer ein Schuldenberg von  ca. 40.000 €. Weitere Schulden will man nicht machen. In dieser Situation wird 2013 im Kirchenvorstand die Idee geboren, die jährliche „Bausteinsammlung“ unserer Kirche, in der alle Gemeinden für jeweils eine Gemeinde in besonderer Not sammeln, für 2014 zu beantragen.  Tatsächlich bekommen wir den Zuschlag. Die Freude ist groß. Damit wird ein Stein ins Rollen gebracht. Einerseits können wir nun mit finanziellen Mitteln rechnen, die wir allein nie hätten aufbringen können. Andererseits wird uns schnell bewusst, dass dies allein nicht reichen würde. Die Aufgaben sind zu umfangreich. Also wird systematisch nach weiteren Geldquellen gesucht. Wir bemühen uns um Fördermittel des Landes und der Denkmalschutzbehörde der Stadt Potsdam. Zugute kommt uns dabei, dass unsere Kirche im Jahre  2011 unter Denkmalschutz gestellt worden ist. Außerdem fragen wir bei Stiftungen an und haben teilweise Erfolg. Auf dieser soliden Grundlage sind wir nun in der Lage, eine mittelfristige Planung der notwendigen Gebäudesanierung vorzunehmen. Ergebnis:

Schon in 2014 wird mit Arbeiten begonnen: Der Balkon des Pfarrhauses muss bis auf sein Fundament abgerissen und neu aufgebaut werden. Dabei werden erhebliche Schäden an den Balkenköpfen an der Südseite des Pfarrhauses festgestellt. Umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Geschossdecke zwischen Souterrain und Erdgeschoss sind nötig. Pfarrwohnung und Souterrain des Pfarrhauses sind davon erheblich betroffen. Gleichzeitig wird der Eingangsbereich zum Souterrain saniert. Auch hier erfolgt ein totaler Abriss und ein Neuaufbau vom Fundament bis zur Überdachung. Das Treppenhaus wird verlängert und nutzerfreundlicher gestaltet. Man kann die Treppe nun sicher benutzen. Und in der Kirche? Sie wird innen neu gestrichen. Die Besucher der Gottesdienste erkennt man nun nicht mehr an den weißgefärbten Jacken, Spuren der Leimfarbe, die 1987 aufgebracht worden ist. Die Decke ist jetzt wieder geziert mit sogenannten „Beistrichen“, feinen Linien entlang der Struktur des Deckengewölbes. Und: die Gemeinde entschließt sich nach engagierten Diskussionen, die Schmuckelemente im Innenraum der Kirche schrittweise denkmalgerecht restaurieren zu lassen. In 2014 beschränkt man sich auf das Spruchband  über dem Mittelteil der Apsis sowie auf die  Vorbereitung des Wiedereinbaus der zwei runden Lüftungsfenster in der Apsis.

Die Arbeiten werden in 2015 fortgesetzt. Die Lüftungsfenster in der Apsis werden fertiggestellt. Und die schon vor 1945 übertünchte Vorhangmalerei hinter dem Altar wird auf der Grundlage vorhandener Spuren restauriert. Zunächst wird dies von einigen Gemeindegliedern, die sich noch immer eine weitgehend schmucklose Kirche wünschen, mit Skepsis aufgenommen. Inzwischen fühlen sich wohl alle Gemeindeglieder in ihrer Kirche wieder „zu Hause“.  Leider wird die Freude am Fortgang aller dieser Arbeiten aber von einem unangenehmen „Fund“ im Pfarrhaus  überschattet. Im Rahmen der Sanierungsarbeiten an der hofseitigen Gemeindetoilette entdeckt man erneut den „echten Hausschwamm“. Offensichtlich hat man bei den Sanierungsarbeiten in 1986/1987 nicht alle Sporen dieses unangenehmen Gastes erwischt. Das bedeutet: Abriss und Erneuerung des überwiegenden Teiles der Holzdecke zwischen der Küche der Pfarrwohnung und der Gemeindeküche bzw. dem Heizungskeller sowie umfangreiche Sanierungsarbeiten im Treppenhaus des Pfarrhauses. Ein begrenzter Bereich dieser Arbeiten an der Eingangstür wird in 2016 verschoben.

Als diese Arbeiten dann in 2016 fortgesetzt werden, stellen sie sich wieder als deutlich umfangreicher heraus, als erhofft. Neben einem begrenzten Bereich des Treppenhauses ist auch das Arbeitszimmer des Pfarrers vom Hausschwamm betroffen. Da hierfür die Geschossdecke geöffnet werden muss, sieht man sich gezwungen, den Hauptteil Arbeiten in 2017 zu verschieben. Andere Arbeiten können aber erfolgreich abgeschlossen werden: Die Pflasterung des Pfarrhofes, die Sanierung der Auffahrt zum Pfarrgrundstück, die Sanierung des Gartenzaunes im Bereich des Kirchengebäudes in der Behlertstraße, die Sanierung des Eingangsbereiches zum Pfarrhaus (Haustür Außentreppe, Überdachung), die Erneuerung  der aus der DDR-Zeit stammenden Verbundfenster im Treppenhaus des Pfarrhauses und die Sanierung der Innentüren der Pfarrwohnung. In der Kirche werden die drei Fenster im Altarbereich in Anlehnung an ein altes Foto rekonstruiert. Die Orgel wird von der Firma Schuke grundsaniert. Dabei stellt sich heraus, dass die Prospektpfeifen nicht dem Originalzustand von 1903 entsprechen. Im I. Weltkrieg ist staatlicherseits ein Ersatz der Zinnpfeifen durch Zinkpfeifen angeordnet worden. Das Zinnmaterial wurde für Kriegszwecke gebraucht. Nun ist der Urzustand wieder hergestellt. Die Prospektpfeifen unserer Orgel sind wieder aus Zinn und klingen reiner als zuvor. Weiterhin: wir erhalten eine neue Heizungsanlage für unsere drei Gebäude und in der Kirche wird eine Lautsprecheranlage installiert. Ein sehr erfolgreiches Sanierungsjahr 2016!

 

Wer die ganze Sanierungsgeschichte ab 1900 lesen möchte, klicke bitte hier.

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Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten  
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(Micha 6, 8)